Rund eine Million Bestand hat die BVAG Berliner Versicherung AG zum 1. Januar 2011 von der Darag Deutsche Versicherungs- und Rückversicherungs-AGübernommen (VersicherungsJournal 5.10.2010). Binnen Jahresfrist stieg das Beitragsaufkommen auf 5,7 Millionen Euro. Für 2012 sind neun Millionen Euro Prämie und für 2013 rund 14 Millionen Euro geplant. Acht Millionen Prämie wurden bis Oktober laut einer Pressemitteilung bereits vereinnahmt.
Anlauf kostet
Vom bereits vollzogenen Ausbau der dezentralen Struktur von Underwritern werden laut eschäftsbericht 2011, der im Internet einsehbar ist, hohe Impulse erwartet.
Die BVAG verkauft bundesweit ausschließlich über Versicherungsmakler und konzentriert sich eigenen Angaben zufolge auf das Firmengeschäft – mittelständische Industrie, Gewerbe einschließlich Bau, Handel und Handwerk sowie Dienstleistungs-Unternehmen.
Im ersten Geschäftsjahr entstand ein Jahresfehlbetrag von 4,9 Millionen Euro. Auch für 2012 und 2013 rechnet der Vorstand im Hinblick auf die geplanten Beitragseinnahmen und Investitionsaufwände mit nochmals negativen Jahresergebnissen.
Tool für Makler
Der Verlust entstand nicht allein aufgrund der typischen Anlaufkosten für die Geschäftsaufnahme, sondern auch im Zusammenhang mit Restrukturierungs-Maßnahmen zum Abbau von Kosten- und Personalüberhängen, die durch Übernahme von Teilen des Personalbestands der DARAG bedingt waren.
Im Fokus der Geschäftstätigkeit stehen nach Unternehmensdarstellung die effektivere Gestaltung der Verarbeitungsprozesse und Arbeitsabläufe mit der Verbesserung der technischen Infrastruktur sowie weitere Investitionen in IT-
Projekte. Der Abschluss und die Produktivsetzung des Projektes „Basys“, ein auf den Maklermarkt zugeschnittenes Anbahnungs- und Angebotstool, nehme eine zentrale Stellung ein.
Einer Pressemitteilung zufolge will sich die BVAG künftig stärker als „Berliner Versicherung“ präsentieren und will dies auch in einem neuen Marktauftritt mit entsprechendem Logo zeigen.
Hohe Kostenbelastung
Die Schadenquote für Geschäftsjahres- und Vorjahresschäden wird für 2011 mit brutto 84,9 Prozent und netto mit 103,8 Prozent angegeben. Bei einer Brutto-Provisionsquote von 22,6 Prozent ergibt sich eine Kostenquote von brutto 83,5 Prozent beziehungsweise netto 139,9 Prozent.
Von den Verwaltungskosten von 5,6 (2,3) Millionen Euro waren 2,9 (1,3) Millionen Euro Personalaufwand. Hier zeigt sich die Kostenbelastung im Rahmen des Personalabbaus. Zum Bilanzstichtag waren 36 (34) Mitarbeiter beschäftigt, davon zehn in Altersteilzeit.
Die Eigenkapitalquote wird mit 66,6 (89,8) Prozent angegeben. Die Anforderungen an die Solvabilität werden erfüllt, wird mitgeteilt. Bei unterjährigem Kapitalbedarf bestehe bis Jahresende eine Einzahlungsverpflichtung von 3,0 Millionen Euro durch die Muttergesellschaft. Zwischenzeitlich wurde die Augur-Gruppe, zu der die Darag gehört, umgebaut. Die BVAG gehört nun unmittelbar zur Augur Financial Holding Vier GmbH & Co. KG.
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